Sichere Krisenvorsorge: Die eigenen Nutztiere halten

Nutztiere halten

Die eigenen Nutztiere halten: Das solltest du beachten

Wenn du so autark wie möglich leben möchtest, kommst du um die Haltung eigener Nutztiere kaum herum. Es muss nicht gleich ein ganzer Bauernhof voller Tiere sein, aber einige Nutztiere erleichtern dir das tägliche Leben und die Arbeit doch sehr.

Das Schöne daran: Nutztiere halten, wie etwa Laufenten und Hühner kannst du auch auf einem sehr kleinen Hof bzw. Grundstück halten, ohne dass es dadurch große Probleme gibt. Wir klären dich über die wichtigsten Fakten auf und geben Tipps zur Haltung empfehlenswerter Nutztiere.

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Laufenten

Als schneckengeplagter Gärtner mit biologischer Wirtschaftsweise wirst du den gefräßigen Weichtieren wahrscheinlich schon des Öfteren eigenhändig nachgestellt sein, um deine Salatköpfe, Blumen und das Gemüse vor dem Kahlfraß zu retten. Laufenten können dir diese lästige Arbeit abnehmen. Warum also nicht den fleißigen Jägern das Schneckensammeln überlassen und dazu noch nette Gesellschaft im Garten haben?

Wichtig: Sorge dafür, dass die Enten immer gut mit Wasser versorgt sind, nicht nur zum Trinken, sondern auch zum Baden. Zum Anfang tut es auch ein Sammelsurium aus Wasserschüsseln und Badetöpfen, viel besser ist allerdings ein ausreichend großer Folienteich geeignet, da Gefiederpflege und Paarungsverhalten eng an das Wasser geknüpft sind.

Allerdings benutzen die Enten den Teich auch als Matschpfütze und Kloake, sodass je nach Jahreszeit eine ein- bis zweiwöchige Reinigung mittels Tauchpumpe und Schrubber unumgänglich ist.

Für den Teichbau solltest du eine hochwertige Folie verwenden. Einfache PVC-Folie wird schnell undicht, riecht unangenehm nach Weichmacher und wird mit der Zeit hart, so dass die Enten immer schlechter aus dem Teich herauskommen. Gib lieber etwas mehr Geld aus und verwende EPDM-Kautschukfolie. Sie besitzt 20 Jahre Garantie, riecht nicht, ist dauerelastisch auch bei tiefen Temperaturen und das Verlegen geht einfach von der Hand.

Neben ihrer „Tätigkeit“ als Schneckenjäger sind die Laufenten fleißige Lieferanten für Eier, die pur gegessen oder auch im Kuchen- oder Nudelteig verwendet werden können. Und auch als Schlachttier eignet sich die Ente natürlich, ihr Fleisch ist sehr schmackhaft und dabei auch noch besonders gesund. Wenn du es denn über das Herz bringst, deine gefiederten Freunde als Nahrungsmittel zu verwenden …

Nutztiere halten – Hühner

Hühner sind nicht nur einfache Nutztiere, sondern quasi der Wappenvogel der kleinbäuerlichen Landwirtschaft. Leider sind sie aus den modernen Wohnlandschaften komplett verschwunden. Stattdessen gelten Hühner als eier- und fleischerzeugendes Betriebsmittel der industriellen Agrarwirtschaft und fristen dort ein kurzes und trauriges Dasein.

Ganz anders auf dem Land: Hier erfreut der Anblick einer freilaufenden Hühnerschar jedem Natur- und Tierfreund das Auge, und wenn der Hahn mitläuft und mit seinem Schrei nostalgische Gefühle von einem Leben auf dem Land weckt, ist die Welt noch in Ordnung.

Doch genug der Romantik – beschäftigen wir uns im Folgenden auch einmal mit dem echten Nutzen der Hühnerhaltung zu Hause bzw. auf einem Kleinsthof, der seine Betreiber so weit wie möglich autark machen soll.

Hühner sind ein wahrer Ungeziefervernichter, besser als jedes chemische Mittel und dabei völlig naturverträglich. Sie sind – insbesondere in der warmen Jahreszeit – ständig mit dem Scharren und der Suche nach Würmern und Käfern, aber auch Sämereien, Keimlingen usw. beschäftigt. So tragen sie viel dazu bei, den Hof und seine Pflanzen – z. B. das Obst und Gemüse – frei von Schädlingen zu halten und somit die Ausbeute bei der Ernte zu optimieren. Lediglich in der kalten Jahreszeit und bei dauerhafter Feuchtigkeit bleiben die Hühner lieber in ihrer Behausung.

Apropos Behausung: Wenn du als Selbstversorger Hühner halten möchtest, solltest du ihnen selbstverständlich ein angemessenes Zuhause bereitstellen – einen Hühnerstall. Diesen kannst du fertig kaufen oder ganz einfach aus ein paar Balken und Holzresten selbst bauen. Entsprechende Anleitungen findest du zuhauf im Internet.

Im Laufe seiner mehr als 3000-jährigen Domestizierung musste das Huhn zahlreiche Veränderungen hinnehmen. Ausgehend vom ursprünglichen Wildhuhn mit zwei bis drei ca. 10 Eier umfassenden Gelegen pro Jahr und einem natürlichen Nahrungsprektrum aus Insekten, Larven, Würmern, Knospen und allerlei Sämereien, haben sich zahlreiche Rassen entwickelt die nach Farbe, Form, Größe und besonders nach Lege- und Mastleistung selektiert wurden. Heute sind ca. 150 verschiedene Rassen bekannt, deren Grobeinteilung nach Eier-, Fleisch- und Zweinutzungsrassen erfolgt.

Tipp: Besorge dir Hühner aus sogenannten Landhuhnschlägen, die nicht nur akzeptable Lege- und Mastleistungen bieten, sondern auch durch Eigenschaften wie Vitalität, Robustheit und großes Futteraufnahmevermögen überzeugen. Außerdem sind die hervorragend an die jeweiligen Umwelt- und Haltungsbedingungen im Freiland angepasst, zeigen gute soziale Eigenschaften und kommen mit hofeigenem Körner- und Freilandfutter aus.

Pferde halten

Die Zukunft der ökologischen Landwirtschaft liegt nicht in der totalen Maschinisierung, sondern in der Arbeit mit Zugpferden. Wer je mit Pferden gearbeitet hat, wird das bestätigen können. Man ist begeistert von der angenehme Atmosphäre, die bei der Arbeit mit dem Pferd entsteht: Anstatt stinkender Abgase der herrliche Geruch von Pferden, anstatt des lauten Schleppermotors hört man Vogelgezwitscher und das zuvor nie wahrgenommene Geräusch des Pflugschars, wie es den Boden aufbricht.

Natürlich ist ein Pferd im Umgang nicht so einfach wie ein Traktor. Man kann es nicht so leicht abstellen, es hat einen gewissen eigenen Willen und ein lautes Geräusch führt zu einer unerwarteten Reaktion – Pferde leben! Man muss also immer wach bei der Arbeit bleiben.

Der Traktor sollte jedoch weiterhin seinen Platz im Betrieb haben. Es gibt immer wieder Arbeiten, die man dem Pferd entweder ersparen sollte oder nicht mit dem Pferd machbar sind. So ist zum Beispiel der Frontlader sicherlich schwer mit dem Pferd zu ersetzen und hilft den Rücken im allgemeinen zu schonen.

Ideal für das Pferd sind alle Pflegemaßnahmen wie Striegeln, Hacken, Eggen, Abschleppen, Walzen sowie Grubbern. Das Pflügen (vor allem der Umbruch von Grünland), Kartoffelernte mit dem Schleuderradroder ist für Norweger-Pferde zu schwerzügig. Dazu müssen dann Kaltblüter eingesetzt werden. Dafür kann man im zeitigen Frühjahr, wenn es für den Traktor noch zu feucht ist, auf das Feld. Steine zu sammeln ist mit dem Pferd viel angenehmer als mit dem Traktor, denn es läuft nicht ständig ein lauter Motor.

Nutztiere halten – Werbung

Besonders erfreulich ist, wie sich die Bodenfruchtbarkeit mit der Umstellung auf Pferdezug verbessert. Die Ackerkrume wird lockerer und gleichmäßiger. Verdichtungen von Fahrspuren oder Pflugsohlen sind nicht vorhanden. Der Betrieb wird durch die Pferde bereichert.

Mittlerweile gibt es neben den alten noch brauchbaren Geräten, die noch auf Bauernhöfen rumstehen, auch moderne weiterentwickelte Geräte bis hin zu Vielfachgeräten mit Wechselrahmen. Eggen, Striegeln und Walzen gibt es auch mit Arbeitsbreiten von über drei Metern.

Ob sich der Aufwand lohnt, muss jeder für sich entscheiden. Arbeit mit dem Pferd hat etliche limitierende Faktoren wie Flächengröße, Anzahl Arbeitspferde pro Arbeitskraft, Flächenentfernungen und letztendlich Zeit. Die Umweltverträglichkeit ist im Vergleich zu den von Menschen entwickelten Technologien deutlich besser. Von dem Verhältnis von Energieausnutzung und Leistung ganz zu schweigen. Das Pferd arbeitet praktisch umweltneutral und fügt sich im biologischen Kreislauf ein.

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Letzte Aktualisierung am 9.07.2020 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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