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Autark leben – Vorteile, Checkliste, Planung und Organisation

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Du möchtest endlich autark leben? Immer mehr Menschen denken übers Aussteigen nach, darüber, sich günstiger und vor allem gesünder zu ernähren und ein Stück Unabhängigkeit wieder zu gewinnen. Ja, wir haben uns schon längst abhängig gemacht von der Wirtschaft und dem System.

Ein völlig autarkes Leben ist heute nicht mehr möglich. Aber du kannst etwas Freiheit wiedergewinnen, wenn du dich von Supermärkten weitestgehend trennst und dir deinen eigenen Garten oder dein eigenes Stück Land anlegst.

Ein Leben frei vom Konsumrausch ist gar nicht so schwierig. Viele Lebensmittel entsprechen sowieso nicht den Anforderungen an eine gesunde und ausgeglichene Ernährung und sind außerdem viel zu teuer.

Das Preis-/Leistungsverhältnis stimmt einfach nicht mehr. Und hier kommt der eigene Garten ins Spiel, in dem du mühelos dein Gemüse und Obst anbauen kannst und sogar eine kleine Kleintierzucht unterbringst mit Hühnern für die Eier und Schafe für den Fleischbedarf.

Kannst du dir autark leben leisten?

SelbstversorgerDas ist für viele, die aussteigen möchten, das größte Problem. Dabei musst du nicht gleich die Wohnung kündigen und in eine Blockhütte ziehen. Es hilft schon viel, wenn du klein anfängst und dir einen Garten suchst, in dem du Gemüse und Obst anbauen kannst und vielleicht die ersten Hühner hältst.

Besonders zu Beginn wird ein Umstieg schwerfallen, obwohl du noch jede Menge Enthusiasmus hast. Trotzdem ist es nicht ganz problemlos, vom Einkaufen zum Selbstanbau zu gehen.

Während du vorher nur in den Discounter gehen musstest, um etwas zu essen zu bekommen, musst du jetzt planen, denn Zwiebeln, Kartoffeln und Äpfel wachsen nicht übers ganze Jahr im Garten. Zum Anbau musst du auch noch Lebensmittel selbst herstellen und haltbar machen, den Garten fürs nächste Jahr planen, Dünger selbst herstellen und vieles mehr.

Alles in allem ist es keine leichte Aufgabe, die sich aber doppelt und dreifach bezahlt macht.

Ein Garten für den Selbstversorger

Die Kosten, die du zu Beginn hast, werden sich schnell amortisieren und schon nach kurzer Zeit werden diese bei Weitem nicht mehr so hoch sein, wie beim Einkauf im Lebensmittelmarkt. Bereits ab 300 m² lohnt sich ein Garten zur Selbstversorgung.

Neben der Unabhängigkeit bietet der Garten für die Selbstversorgung aber noch mehr Vorteile. Du verzichtest auf krank machende Inhaltsstoffe, die Gemüse durch eingesetzte Pestizide, chemische Düngemittel und Insektizide mitbekommen und du bewegst dich ausreichend.

Welche Vorteile hat so ein autarkes Leben?

Autark Leben bringt gleich viele Vorteile mit sich. In erster Linie machst du dich natürlich unabhängiger vom System. Bist du jetzt auf das, was produziert wird, angewiesen, so kannst du mit eigenem Land selbst entscheiden, was du wovon und wie viel benötigst und in welcher Qualität du die Produkte haben möchtest.

Es geht aber um noch viel mehr als um Unabhängigkeit. Autarkie heißt auch ein ganzes Stück weit Naturschutz und Tierschutz. Es ist aber auch Fairness und Nachhaltigkeit, denn du schützt begrenzte Ressourcen.

Und spätestens dann, wenn dich die Autarkie so richtig gepackt hat, wird vielleicht aus dem kleinen Garten, der am Anfang stand, ein autarkes Haus, in dem du für wenig Geld unabhängig vom System wohnen kannst.

autark leben
Die eigene Ernte genießen

Übrigens sei eins gleich gesagt: Eine völlige Autarkie ist in Deutschland nicht möglich. Hier hindern rechtliche Gründe dich daran, dein eigenes Ding zu machen. Um einige Dinge kommst du nicht herum. So ist ein Anschluss an die Kanalisation Pflicht. Und da du Regenwasser nicht als Trinkwasser nutzen darfst, wirst du auch um den Anschluss an die Wasserversorgung nicht herumkommen.

Autarkie – Muss es gleich ein Bauernhof sein?

Nein, natürlich nicht. Zum autark Leben reicht zu Beginn ein Garten oder ein Stück Land, dass du dir vielleicht vom Bauern pachtest. Möchtest du auch Hühner und andere Kleintiere halten, sollte das Stück Land, das dich in Zukunft vorwiegend ernähren soll, gut aussuchen, denn in einer Kleingartensparte geht das nicht.

Für einige Voraussetzungen musst du sorgen. Zum einen sollte der Garten ausreichend Platz bieten und im günstigsten Fall ein Gewächshaus haben, zum anderen musst du für Platz für die Lagerung sorgen.

autark leben
Kartoffeln ernten

Ob Kartoffelstiege, der Bottich samt Sand für die Möhren oder das Regal für die Einweckgläser, du brauchst Platz, um alles unterzubringen. Für einige Dinge sollte der Raum auch bestimmte Bedingungen erfüllen.

Der Anbau und die Lagerung sind aber nur eine Seite. Denke auch an die Abfallentsorgung. Ein wichtiges Thema beim autarken Leben, denn damit gewinnst du hervorragenden Kompost, mit dem du die Erde immer wieder aufwerten kannst. Und auch Unkräuter solltest du nicht unterschätzen.

Ausreichend Unkraut bedeutet auch ausreichend Dünger und Bienennahrung. In einem Garten autark zu leben bedeutet vor allem, das Ökosystem zu kennen, zu erhalten und zu nutzen.

Checkliste Gemüsegarten und Selbstversorger – Mögliche Ausrüstung für ein autarkes Leben

Jede Menge Gegenstände und nützliche Hilfsmittel findest du auf Amazon. Dazu habe ich dir eine Checkliste zusammengestellt:

Link-Tipp:

Muss man autarkes Leben planen?

Etwas schon und das gleich aus mehreren Gründen. Je kleiner das beackerte Land ist, desto genauer musst du dir überlegen, was du anbauen willst und vor allem, was du benötigst. Fehlkalkulationen landen später auf den Müll. Das ist schade um die Pflanzen und die Arbeit. Gerade zu Beginn deiner Autarkie werden Fehlplanungen immer mal passieren.





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Daraus kannst du nur lernen.

Autarkie für die Seele?

Ja, auch dafür ist Autarkie hervorragend geeignet. Wie befriedigend ist es doch, wenn du das, was du mit deinen Händen gesät, gepflegt und geerntet hast, auch essen kannst. Es ist ein erhebendes Gefühl, wenn du eine reiche Tomatenernte einfährst, riesige Kürbisse hast und die Kräuter im Winter wirklich aus dem eigenen Garten stammen.

Schon Kinder sind ganz fasziniert von der Arbeit im Garten.

Fange klein an und taste dich an dein Ziel heran. Wer mit mehreren hundert Quadratmetern Land anfängt, verliert auch schnell die Lust, wenn es zu viel wird.

Bei Autarkie ist es wichtig, Schritt für Schritt voranzugehen, denn hier heißt es nicht nur lieb gewonnene Gewohnheiten los zu werden, sondern sich auch den neuen Herausforderungen zu stellen.

Übrigens – lass dich von Misserfolgen nicht aus der Bahn werfen. Auch das ist Autarkie. Ziehe lieber Rückschlüsse fürs nächste Jahr und lerne aus Fehlern. Also fange einfach an und starte in deine Unabhängigkeit und mache dich frei von einem System, das deiner Gesundheit nicht unbedingt förderlich ist.

Gemüsegarten

Autark wirtschaften – dieser Garten passt

Solltest du bisher nicht über die geeignete Fläche für dein autarkes Leben verfügen, geht es als Erstes an die Gartensuche. Dabei musst du einige Dinge berücksichtigen, denn nicht jeder Garten ist für die Autarkie geeignet.

Wichtig ist dir klar zu machen, welche Vorstellungen du hast, welche Ziele du hast und was in deinem Einzugsgebiet möglich ist. Eine genaue Planung sollte deshalb bereits der Gartensuche vorausgehen.

Dabei solltest du dich im ersten Schritt kundig machen, was es in deinem Einzugsgebiet gibt, welche Bedingungen und Kosten an dem Garten hängen. Ein Garten in einer Sparte kann zwar für den Beginn eine gute Lösung sein, doch spätestens bei der Kleintierhaltung werden dir hier Riegel vorgeschoben.

Im Prinzip kannst du erste Versuche auch im Berliner Hinterhof starten, in dem du Gemüse und Obst in großen Kübeln anbaust. Auch das funktioniert. Auf Dauer ist das aber nur eine Notlösung, denn die Ernte bleibt begrenzt.

Urban Farming – Schon gelesen?

Endlich ein Gemüsebeet anlegen – Wie findest du den richtigen Garten?

Dabei solltest du die Kriterien festlegen, die dir wichtig sind. Aber auch die Kriterien, die unumstößlich sind, wie der finanzielle Background solltest du auf deine Liste schreiben. Danach richtet sich die Auswahl des Gartens. Folgende Punkte solltest du dir überlegen:

  • Wie viele Personen möchtest du mit dem Garten versorgen?
  • Willst du nur Obst und Gemüse anbauen oder auch Hühner, Schafe oder andere Tiere halten?
  • Welche Finanzen stehen dir für den Start zur Verfügung? Bedenke auch, dass du noch Werkzeug und Saatgut benötigst.
  • Was schaffst du und helfen dir andere Familienmitglieder mit?
  • Hast du ausreichend Lagermöglichkeiten für deine Ernte?
  • Hast du ausreichend handwerkliches Geschick oder musst du dir immer Hilfe holen?

Das sind nur einige der Faktoren, die für die Auswahl des Gartens wichtig sind. Hast du die Möglichkeit zu wählen, sollte auch die Bodenqualität und Lage eine Rolle bei der Auswahl des Gartens spielen.

Die Ziele entscheiden mit über die Gartenbeschaffung

In erster Linie entscheiden deine Ziele über die Größe des späteren Gartens. Möchtest du einfach nur etwas frisches Obst oder Gemüse ernten, um deine Tafel etwas aufzupeppen oder willst du komplett autark leben. Lege deine Langzeitziele genau fest.

Du kannst zwar auch klein anfangen, um später auf ein größeres Grundstück zu wechseln, das ist aber auch immer mit einem finanziellen Aufwand verbunden. In den seltensten Fällen geht das reibungslos und ohne finanzielle Verluste. Allerdings solltest du dir auch nicht zu viel zu Beginn zumuten.

Praktisch ist es, wenn du die Fläche nach und nach erweitern und deinen Ansprüchen anpassen kannst.

Wie groß muss ein Garten für ein autarkes Leben sein?

Du kannst mit 300 m² ebenso autark leben wie mit 3.000 m². Der kleine Unterschied ist der Aufwand, denn du in den jeweiligen Garten stecken musst. Bedenke dabei, dass intensiv bewirtschaftetet Gärten auch auf einer kleinen Fläche ausreichend große Enten einbringen.

Um autark zu leben, benötigst du pro Person mindestens eine Fläche von 50 m². Dabei spielt es keine Rolle, ob Kind oder Erwachsener. Für eine kleine Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern benötigst du also mindestens 200 m² vorausgesetzt, du nutzt die Fläche intensiv mit Hochbeeten. Bei normalen Reihenbeeten benötigst du etwas mehr.

Hochbeete* sind für einen autarken Garten wie geschaffen. Das bedeutet für dich auf kleinerer Fläche weniger Arbeit und eine höhere Ernte. So benötigst du im traditionellen Anbau auf Reihenbeeten für eine Ernte von 45 kg Möhren eine Fläche von 27 m². Auf einem Hochbeet können die Pflanzen viel enger stehen. Für 45 kg Möhren benötigst du hier nur etwa 2,2 m². Das macht sich natürlich bezahlt.

Buchtipps

Das große Buch der Selbstversorgung*
Dick Strawbridge, James Strawbridge - Herausgeber: Dorling Kindersley - Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
24,95 EUR
Gärtnern mit dem Hochbeet: So einfach geht's (GU Garten Extra)*
Folko Kullmann - Herausgeber: GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH - Auflage Nr. 7 (07.02.2015) - Gebundene Ausgabe: 144 Seiten
16,99 EUR
Obst & Gemüse selbst anbauen: Schritt für Schritt zum eigenen Küchengarten (GU Praxisratgeber Garten)*
Renate Hudak - Herausgeber: GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH - Taschenbuch: 128 Seiten
12,99 EUR

50 m² je Person reichen natürlich nur aus, wenn du lediglich Obst und Gemüse anbauen möchtest. Die Fläche reicht nicht, wenn du außerdem eine kleine Obstwiese wünschst oder dir eine Kleintierzucht zulegen möchtest.

Autark leben – Die richtige Lage spart viel Arbeit

Auch diese solltest du planen und gut auswählen. Ein Garten, der nicht die richtige Lage hat, wird natürlich weniger Ernte einbringen. Das ist zum Beispiel bei Gärten so, die nach Norden ausgerichtet sind oder über einen hohen Baumbewuchs verfügen.

Günstiger und ertragreicher sind Gärten mit einer Südost- oder Südwestlage. Auch die Südlage ist nicht ganz unkompliziert, denn hier wirst du in heißen Monaten ständig wässern müssen. Vorteilhaft sind Gärten mit halbschattigen und sonnigen Beeten. Hier kannst du viele verschiedene Gemüsesorten anbauen.

Sehr arbeitsaufwendig sind Gärten in Hanglage. Bedenke, dass es zusätzliche finanzielle Mittel erfordert, um die Fläche eventuell zu begradigen oder in Terrassen anzulegen. Zum Begradigen wird zusätzliche Erde benötigt.

Ein guter Gartenboden soll es sein

Der Gartenboden macht viel aus und ist Grundlage einer guten Ernte. Deshalb solltest du darauf besonderes Augenmerk legen. Nun kannst du dir natürlich nicht überall den Gartenboden nach deinem Geschmack auswählen.

In manchen Regionen sind die Böden nun mal sandig oder lehmig. Hast du keine Wahl, musst du den Boden so gut wie möglich aufwerten. Das funktioniert mit Kompost oder Mist sehr gut. Eine sichere Methode, um m ehr über den Boden zu erfahren, ist eine Bodenanalyse.

Gärten oder Land, das bisher nicht gepflegt wurde, hat zwar meist einen relativ guten Boden, dafür aber eine schlechte Bodenbeschaffenheit. Hier musst du zu Beginn mit einem großen Aufwand bei der Bodenbearbeitung rechnen.

Autarkie
autark leben – Solarzellen als Alternative
Welche Medien liegen an?

Ein ganz wichtiges Thema, denn die Pflanzen benötigen Wasser und so manches Gerät Strom. Wenn du autark leben möchtest, geht es noch gar nicht mal so darum, dass der Garten ans öffentliche Netz angeschlossen ist.

Viel Interessanter sind alternative Varianten wie eine Brunnennutzung, die Möglichkeit, Regenwasser aufzufangen oder Solarmodule* aufzustellen. Ideal ist der Brunnen, über den du fast ganzjährig Wasser zur Verfügung hast.

Die Kosten für eine Brunnenbohrung sind je nach Lage sehr unterschiedlich und richten sich nach der erforderlichen Bohrtiefe. Aber auch ausreichend Wassertonnen lösen das Problem der Bewässerung. Hast du nicht die Möglichkeit, über eine Dachfläche Wasser aufzufangen, musst du andere Lösungen finden. Dadurch vergrößert sich aber die benötigte Fläche des Gartens.

Du merkst schon, es sind viele Punkte zu beachten, bevor du dich für den eigenen Garten oder das Grundstück entscheiden kannst.

Möchtest du autark leben oder bereitest du dich sogar schon darauf vor? Schreib mir doch einen Kommentar mit deinen Tipps und Tricks, ich freu mich.

 

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4 Comments Posted

  1. Ziemlich spannendes Thema. Da ich mich auch sehr viel mit Minimalismus beschäftige, finde ich deine Idee eines autarken lebens toll. Mit meiner Frau und den beiden Kindern auf einem ruhigen „Bauernhof“ stelle ich mir gerade ziemlich traumhaft und stressfrei vor.

    Allerdings benötige ich in der Situation definitiv noch immer einiges an Technik beziehungsweise Internet um meiner Leidenschaft nachgehen zu können.

    Sollte ich die Idee jedoch irgendwann umsetzen wollen, finde ich es toll hier eine hervorragende Anleitung mit allem drum und dran zu haben.

    produktive Grüße
    Merlin von http://www.merlinmechler.de

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