Brunnen selber bauen: Endlich eigenes Wasser im Garten

Brunnen selber bauen

Den eigenen Brunnen selber bauen

Mit einem Gartenbrunnen lässt sich nicht nur der eigene Garten verschönern, er stellt als Brauchwasserquelle auch einen wertvollen Beitrag zum autarken Leben dar. Wenn du also die räumlichen Möglichkeiten hast und zumindest einen Teil deines Brauchwassers selbst fördern möchtest, ist der Gartenbrunnen die beste Lösung dafür.

Wer handwerklich begabt ist, kann sich ohne Probleme einen Brunnen selber bauen, das Zubehör zum Brunnenbauen findet sich in jedem Garten- oder Baumarkt. Gartenbrunnen können aus unterschiedlichsten Materialien gebaut werden, u. a. aus Naturstein, Terracotta, Metall und Holz – ganz nach Belieben und natürlich nach dem zur Verfügung stehendem Budget.

Um den Brunnen selber bauen zu können, brauchst du natürlich geeignetes Werkzeug. Die gute Nachricht: Alles, was du nicht in deiner üblichen Heimwerkerausrüstung hast, kannst du dir kostengünstig im Fachhandel ausleihen.

Unter den Gartenbrunnen, den man auf seinem Gelände installieren möchte, gibt es unterschiedliche Formen, wovon der Bohrbrunnen der langlebigste ist. Sein Bau ist mit etwas Arbeit verbunden, dafür belohnt der Brunnen über viele Jahre mit frischem Wasser, das für die unterschiedlichsten Anwendungen genutzt werden kann.

Gesetzliches zu Bohrung und Errichtung eines Brunnen

Bevor du einen Brunnen auf deinem Grundstück errichtest, solltest du einige Dinge beachten, insbesondere was den rechtlichen Bereich betrifft. Wir klären dich auf.

Brunnen auf einem dauerhaft bewohnten Privatgrundstück errichten

Im Falle des Vorhabens, einen Brunnen auf einem ständig bewohnten Privatgrundstück (Dauerwohnsitz) zu errichten, liegt eine Anzeigepflicht vor, die mit einer Frist von einem Monat vor Baubeginn bei dem zuständigen Umweltamt (Untere Wasserbehörde) vorzunehmen ist. In jenem Monat wird geprüft, ob die Wasserbehörde Forderungen stellen kann. Hier wird zum Beispiel eruiert, ob sich das Grundstück auf einem Schutzgebiet befindet.

Es wird bei den Schutzgebieten in drei Schutzzonen unterschieden:

  • Schutzzone 1 & 2: Hier ist die Wahrscheinlichkeit einer Ablehnung des Bohrvorhabens sehr hoch
  • Schutzzone 3: Hier läuft es auf eine Einzelfallentscheidung hinaus

Auch spielt die Entfernung zu einer Schutzzone eine Rolle beim Entscheidungsträger. Ebenso wird hier über Tiefenbegrenzung des Bohrvorhabens entschieden. Beim Brunnenbau auf einem Privatgrundstück liegt grundsätzlich keine Erlaubnispflicht für die Entnahme von Brauchwasser (kein Trinkwasser) vor. Mit der Anzeigepflicht ist nur das Bohrvorhaben selbst gemeint.

Brunnen selber bauen auf einem Wochenendgrundstück?

Im Fall eines Wochenendgrundstückes liegt grundsätzlich eine Erlaubnispflicht für die Entnahme des Wasser vor. Hier müssen beim Umweltamt (Untere Wasserbehörde) die gleichen Angaben gemacht werden wie beim Privatgrundstück auch. Diese sind unbedingt vor der Bauausführung zu tätigen.

Brunnen auf einem gemieteten Grundstück errichten

Wenn man Mieter eines Grundstücks ist, hat man auch die Möglichkeit, einen Brunnen zu errichten. Hierfür ist die Berechtigung des Grundstückbesitzers erforderlich, sowie die Zustimmung des  Umweltamtes.

Für alle Fälle gilt: Grundsätzlich ist es verboten, aus dem Brunnen gefördertes Wasser in die Hausabwasserleitung zu entsorgen. Bei vorhandener Trinkwasserleitung ist diese zu nutzen. Bei älteren Gehöften ohne Trinkwasseranschluss kann das Umweltamt eine Zustimmung erteilen für die Nutzung als Trinkwasser und die Entsorgung in die Hausabwasserleitung. Hierbei handelt es sich um eine Einzelfallentscheidung, die in Verbindung mit der Zustimmung der Wasser und Abwasserzweckverbände für die Entsorgung (kostenpflichtig) getroffen werden muss.

Es gibt einen Bestandschutz. Dieser tritt erst außer Kraft, wenn ein Neuantrag gestellt wird, um z. B. tiefer zu bohren, da die Quelle versiebt. Wer erst baut und später Angaben beim Umweltamt macht, muss mit einer Anzeige rechnen und eventuell die Kosten für den Rückbau tragen.

Den Brunnen selber bauen: So geht’s

Zum Errichten eines Bohrbrunnens benötigst du mindestens zwei kräftige Personen. Außerdem brauchst du einen speziellen Brunnenbohrer*, eine Kiespumpe, einen Plunscher sowie einen Aufleger mit den dazugehörigen Gewichten. Als Aufleger für den Bohrbrunnen können die große Steine oder helfende Freunde die Arbeit erleichtern.

Um einen Gartenbrunnen bohren zu können, solltest du dich vorher beim Gemeindeamt oder der jeweiligen Stadtverwaltung nach Auflagen erkundigen. Normalerweise ist das Anlegen eines Gartenbrunnens aber nicht genehmigungspflichtig.

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Du solltest auf keinen Fall den Plunscher vergessen. Dieser übernimmt einen Teil der Arbeit beim Gartenbrunnenbohren, und zwar dann, wenn der Bohrer auf eine feuchte Kiesschicht trifft, die vom Bohrer nicht mehr nach oben befördert werden kann.

Das Brunnenloch bohren

Überlege dir zunächst, ob du dich der Aufgabe gewachsen fühlst, einen Brunnen selbst zu bohren. Solltest du dir das Brunnenbohren nicht selbst zutrauen, schaue dich einfach nach einem Brunnenbauer in deinem Umkreis um, der die Brunnenbohrung für dich durchführt. Natürlich ist dies der teuerste Weg, eine Brunnenbohrung durchführen, doch das Ergebnis, wird dich bestimmt zufriedenstellen. Falls du es dir aber selbst zutraust, wird der Brunnenbau ein tolles Erlebnis für dich werden.

Denke daran, dass du, bevor du mit der Brunnenbohrung beginnst, die zuständige Behörde oder das Wasserschutzamt unterrichtest, damit es später nicht zu bösen Überraschungen kommt. Bei einigen Städten und Gemeinden kannst du dich über die Auflagen der Brunnenbohrung sogar im Internet informieren. Außerdem solltest du dich erkundigen, welche Tiefe der Grundwasserspiegel hat, und ob auch keine Gas- oder Elektroleitungen in diesem Bereich liegen, denn das könnte nicht nur gefährlich, sondern auch ziemlich teuer werden.

Jetzt kannst du endlich losstarten. Für die Probebohrungen nimmt man einfach einen Erdbohrer und bohrt, bis der Grundwasserpegel erreicht ist. In das Bohrloch wird dann ein Kunststoffrohr eingelassen. Dieses besitzt an seinem unteren Ende Schlitze, durch die das Grundwasser eindringen kann. Der entstandene Zwischenraum zwischen dem Bohrloch und dem eingelassenen Rohr wird mit Kies befüllt. Dieser dient als Filter und verhindert zudem, dass die Rohröffnungen verstopfen. Anschließend lässt du eine Tauchdruckpumpe an einem Befestigungsseil im Rohr hinab. Die Grundinstallation des Brunnens ist damit fertig.

Nun bekommt der Brunnen noch seine äußerliche Hülle – z. B. aus Naturstein oder Holz und mit einer nostalgischen Schwengelpumpe versehen. Die Schwengelpumpe ist eine Kolbenpumpe, die einfach zu bedienen ist und dem dem Garten einen idyllischen Touch verleiht. Schwengelpumpen gibt es im Handel ebenfalls aus Holz, aber auch aus Eisen, Stahl oder Guss.

Alternativ oder zusätzlich: Die Regenwassernutzung

Wenn du noch keinen Brunnen besitzt oder zusätzliche Quellen zur Wassernutzung installieren willst, ist es sinnvoll, für die Gartenbewässerung eine Regentonne anzuschaffen. Das gesammelte Regenwasser eignet sich hervorragend, um bei der Gartenbewässerung viel Geld zu sparen.

Natürlich ist die Gartenbewässerung aus der Regentonne etwas aufwendiger, als wenn du das Grundwasser mit einer Schwengelpumpe aus dem Brunnen förderst. Egal ob Grundwasser oder Regenwasser – es ist heute die günstigste und umweltfreundlichste Methode, den Garten zu bewässern.

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